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Es ist schon wieder Dienstag! Na? Wer von Euch weiß denn, was das heißt? Ha! Genau! Es gibt wieder neue Gedichte von mir für die Welt.

Wahnsinn, dass ich schon ganze 4 Wochen mitmache. Und es freut mich jedes Mal, wenn ich die literarischen Texte lese, die im Zuge von Katharinas Initiative jede Woche entstehen. Unter anderem machen mit:

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin

Heute gibt es von mir ein Gedicht, dass etwas anders als die vorangegangenen ist. Wer die letzten Male meine kreativen Ergüsse gelesen hat, hat vielleicht festgestellt, dass ich dazu neige, über meine eigenen Gefühle zu schreiben. In den letzten Tagen ist auf der Welt, insbesondere Amerika, sehr viel passiert. Es führt kein Weg dran vorbei sich mit Rassismus und den dazugehörigen Themen auseinanderzusetzen. Für mich als Historikern ist dies besonders wichtig.

Ich habe versucht, meine Ansichten in eine poetische Form zu bringen. Vielleicht hat es ja geklappt. Teilt es gern. Meiner Meinung nach sind Worte viel aussagekräftiger als ein einzelnes schwarzes Bild auf einem Instagramprofil.

In diesem Sinne: #blacklivesmatter!

____________________________________________________________________________________________

WIR BAUEN UNS AMERIKA // 2. JUNI 2020

Die Welt steht Kopf

wie aus einem Tropf

perlt das Leben auf den Boden

die Gesellschaft wird gerodet

wie der Regenwald

in einer anderen Gestalt.

_

Mit seiner Wange auf dem grauen Asphalt

um ihn herum ist es kalt

stechen kleine Steine in seine Haut

die Würde des Menschen wird ihm geraubt

ein schwerer Körper drückt ihn in das schwarze Meer aus Teer

es bleibt eine Hülle

leer.

_

„I can’t breathe!“

„Ich kann nicht atmen!“

im Angesicht des Todes

grundlos?

der Gewalt ausgeliefert

schutzlos!

_

Blut fließt

rot.

nicht seit gestern

offen und ehrlich

sind Menschen entbehrlich?

Trennung.

zwischen schwarz & weiß.

_

ein stummer Schrei in den Lärm der Städte

hätte es Privilegien früher nicht gegeben

wie wäre dann das Leben?

So wie es Thomas Morus in „Utopia“ beschreibt?

_

Ohne Worte keine Veränderung

Entwicklung

Versprechung

Entschuldigung.

_

Es gibt nicht nur schwarz & weiß

der Diskurs wird wieder heiß.

Der Planet ist bunt.

Genauso wie wir

im Hier & Jetzt

in der Weite des Kontinuums.

 

2 Gedanken zu “Wir bauen uns Amerika // 2. Juni 2020 – Der Dienstag dichtet

  1. Liebe Linda,
    vielen Dank für dieses eindrückliche Werk, das jetzt gerade sehr wichtig ist. Viele in Europa vergessen manchmal die POC Community hier, aber es gibt sie hier auch. Jeder kann seinen Beitrag dazu leisten, dass dieser Mord dieses Mal, an der Spitze so vieler vorangegangener, endlich einen Wandel auslöst. Aber dafür dürfen wir alle nicht aufhören, nach diesen paar Tagen in unserem Alltag und direktem Umfeld es offen anzusprechen, wenn wir Rassismus begegnen. Dieses Gedicht wird lange auf deinem Blog und damit im Internet bleiben (vor allem auf Deutsch, was ich sehr gut finde) und erinnern, wenn das menschliche Gedächtnis mal wieder von allzu schneller Amnesie ereilt wird…

    Liebe Grüße
    Alina

    Gefällt 1 Person

  2. „Die Welt ist bunt“ trifft es sehr gut. Mir gefällt auch, dass du den Diskurs auf lyrische Weise in unseren Sprachkreis holst. Viele schauen gerade in die USA, aber das Problem besteht überall. Wirklich toll umgesetzt!

    Gefällt 1 Person

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