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Heute mal ohne viele Worte. Wenn mein Gedicht online geht, sitze ich wahrscheinlich an der Korrektur und dem Layout eines neuen Buches, mit den Hausarbeiten im Hinterkopf, die ich in den nächsten Tagen schreiben werde.

Genau wie ich mich momentan fühle, ist meine kreative Schöpfung diesmal etwas abstrakter. Wie immer wünsche ich Euch viel Spaß beim Lesen & Interpretieren! 🙂

Hier sind wieder alle, die mit mir gemeinsam schreiben:

Katharina (die Initiatorin)

Stachelbeermond
Mutigerleben
Wortgeflumselkritzelkrams
Werner Kastens
Findevogel
Wortverzauberte
Ein Blog von einem Freund
Lyrikfeder
Nachtwandlerin

____________________________________________________________________________________________

MUT

 

es braucht Mut

wie die Hitze die Glut

ein Tropfen Wasser

im leeren Raum

auf dem heißen Stein

verdampft das Sein

Zurückweisung als Angst

vor der Wirklichkeit

DU als Angst

vor mir selbst

es braucht Mut

wie die Ebbe die Flut

[die Zeit ist begrenzt]

kein Entkommen.

oder vielleicht doch?

die Mauer beschützt

das Herz

vor dem Krieg der Emotionen

Gefühle,

die man nicht in Worte fassen kann

es braucht Mut

wie der Organismus das Blut

seit Tagen

das Gedankenkarussell

steht niemals still

ich fühle mich wie Hydra

mit einhunderttausend Köpfen

MUT.

 

5 Gedanken zu “MUT // 22. Juni 2020 – Der Dienstag dichtet

  1. Für mich ist das ein sehr leiser Text – und gerade dadurch sehr eindringlich und eindrücklich.“
    „Es braucht Mut – wie die Ebbe die Flut“ – ein tolles Bild, denn so ist das, in meinem Verständnis, mit dem Mut. Mal ist er da, mal kommt er und mal geht er. Aber: Das Bild zeigt auch, dass es ihn gibt – immer!
    Danke dir.
    Herzlich
    Judith

    Gefällt 1 Person

  2. Für mich steht die zentrale Aussage im mittleren Teil Deines Gedichtes: Kein Entkommen, die Mauer beschützt das Herz vor dem Krieg der Emotionen. Es scheint mir ein Spiegel widersprüchlicher Gedanken und Gefühle zu sein, unmittelbar verbunden oder ausgelöst durch eine „verbotene“ Liebe. Und Du selbst traust Dich noch nicht eine Entscheidung zu treffen: die Gedanken stehen aber nicht still und Du weißt noch nicht, welchem Kopf Du folgen sollst.
    Aber irgendwann muss man sich bekennen, wenn man sich nicht selbst verlieren will. Warum sollte man die Chance also nicht nutzen?

    Gefällt 1 Person

  3. Liebe Linda,
    ich mag abstrakte Gedichte sehr, so auch dieses. Ich finde, „die Mauer beschützt – das Herz – vor dem Krieg der Emotionen“ sehr interessant, weil die Emotionen so eine eher negative Wirkung bekommen. Mut an sich ist eher positiv, denke ich, solange es sich nicht um Übermut handelt. Aber da ich mit meinem Mut manchmal zu sehr vorangeprescht bin und dann von anderen verletzt wurde, die mich zurückgewiesen haben (vielleicht aus der Angst vor der Wirklichkeit?), spricht mich dieses Gedicht auch von dieser Sichtweise an.

    Liebe Grüße
    Alina

    Gefällt 1 Person

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